Akupunktur bei Tieren

Behandlungen von Tieren mit Akupunktur

Akupunktur bei Tieren

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Ist von Akupunktur bei Tieren die Rede, so handelt es sich dabei um eine Komplementärmedizin.

Genau bedeutet dies, dass es sich um eine Ergänzung zur traditionellen westlichen Schulmedizin handelt, aber auch um eine Art Regulationstherapie.

Diese sieht jedes Tier als Einheit von Körper, Seele und Geist, die jeweils in Wechselbeziehung zu Umwelt und Natur stehen. Laut Akupunktur ist jedes Tier dabei einzigartig, was seine seelische und körperliche Verfassung betrifft.

Vor der Behandlung steht die Untersuchung

Die Wechselbeziehung ist es auch, die als Ausgangssituation für die Diagnostik aber auch die Behandlung der Tiere mit Akupunktur herangezogen wird. Jedes kranke Tier ist also ein Individuum, das entsprechend individuell behandelt werden muss. Für den Tierarzt, der in seiner Behandlung auf Akupunktur setzt, heißt das in der Folge, dass die Krankheit eines Tieres ein Ungleichgewicht zwischen geistigen und körperlichen Funktionen zur Ursache hat.

Zur Untersuchung des erkrankten Tieres zieht der Tierarzt bei der Traditionellen Chinesischen Medizin seine fünf Sinne heran. Es geht also um Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen, aber auch Hören. Vor allem der Zunge und dem Puls des Tieres kommen eine entscheidende Aussagekraft zu, denn hier lassen sich viele Hinweise auf mögliche Erkrankungen feststellen. Weiters aktiviert der Tierarzt verschiedene Druckpunkte am Körper des Tieres, die meist ident mit den Akupunkturpunkten sind, und erhält so Aufschluss über etwaige Schmerzen.

Sämtliche Erkrankungen beim Tier können therapiert werden

Wer sich jetzt fragt, bei welchen Diagnosen Tiere mit Akupunktur behandelt werden können, so ist dies einfach beantwortet. Denn es gilt der Grundsatz, dass alles therapiert werden kann, sofern keine Körperstrukturen beim Tier zerstört sind, was etwa bei einem Knochenbruch der Fall wäre. Doch Energiestauungen können sehr gut gelöst werden, die ja oft Ursache für Erkrankungen sind. Auch zur Vorbeugung von Krankheiten eignet sich eine Akupunkturbehandlung bei Tieren sehr gut, denn Ungleichgewichte im Körper lassen sich durch die Nadeltherapie rasch und frühzeitig erkennen und damit auch behandeln. Als Ziel gilt dabei, die Wiederherstellung der gesundheitlichen Balance im Tierkörper, wozu meist zwischen drei und zwölf Akupunktursitzungen notwendig bzw. empfehlenswert sind.

Traditionelle werden vor allem Pferde und Hunde mit Akupunktur behandelt, wobei grundsätzlich alle Tiere, die sich berühren und damit auch untersuchen lassen, therapiert werden können. Sogar Papageien, Kaninchen oder Katzen tolerieren die Nadeltherapie gut und sprechen auf die Nadelung gut an. Auch bei landwirtschaftlichen Nutztieren wie Rindern, Schweinen oder Schafen ist Akupunktur möglich, wird aber meist aus Gründen der Wirtschaftlichkeit selten angewandt.

Funktionsweise der Akupunktur bei Tieren

Ähnlich wie bei der traditionellen Akupunkturbehandlung werden auch beim Tier Nadeln an den entsprechenden Akupunkturpunkten in die Haut eingebracht. Eine Sonderform ist dabei die sogenannte Ohr-Akupunktur, bei der bestimmte Punkte an der Innenseite der Ohrmuschel gereizt werden. Diese Methode findet immer in Begleitung der herkömmlichen Körper-Akupunktur statt, wobei durch die Kombination der beiden Anwendungen die Wirkung besser ist und länger anhält. Die Ohr-Akupunktur erfolgt bei jedem Tier aufgrund spezieller Ohrkarten.

Die Akupunkturnadeln, die beim Tier verwendet werden, sind massive Nadeln, die meist aus unterschiedlichen robusten Materialien hergestellt sind. Meist bestehen sie aus Stahl und sind zwischen 0,15 und 0, Millimeter dick. Es gibt auch Nadeln, die aus Silber oder Gold bestehen. Die Akupunktur selbst drückt lediglich das Gewebe an der betreffenden Stelle auseinander, es wird ebenso wenig verletzt wie die Blutgefäße, die einfach nur zur Seite geschoben werden. Auch der Einstich der Nadeln ist für das Tier meist kaum schmerzhaft. Damit Akupunktur richtig wirken kann, sollten die Nadeln bis zu 20 Minuten an der Stelle verbleiben.

Sonderformen der Tierakupunktur

Da manche Tiere, zum Beispiel Pferde, auf das Einbringen der Nadeln ängstlich reagieren, kann alternativ eine Laserakupunktur erfolgen. Die Goldakupunktur oder auch Goldimplantation wiederum ist eine Sonderform der Nadeltherapie. Dabei werden dem Tier kleine 24-karätige Drahstückchen aus Gold in gelenksnahe Akupunkturpunkte dauerhaft eingesetzt, um eine Reizung der Akupunkturpunkte über einen längeren Zeitraum zu erreichen. Eine weitere Sonderform ist die Ergänzung der Akupunktur mit Wärmezufuhr, die sogenannte Moxibustion. Dabei werden auf das Griffstück der Nadel ein kleiner Kegel Beifußkraut gegeben und entzündet.