Moxibustion – die heiße Akupunktur

Heiße Akupunktur mit Ingwer, Kegel und Zigarre

Heiße Akupunktur

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Geht es nach der Traditionellen Chinesischen Medizin, so ist Gesundheit und Wohlbefinden unmittelbar mit dem direkten Fluss der Lebensenergie auf den Meridianen zusammenhängend.

Diesen in Gang zu halten, kann vor allem mittels Akupunktur erreicht werden. Eine besondere Form davon, die völlig ohne den Einsatz von Nadeln auskommt, ist die sogenannte Moxibustion.

Heiße Akupunktur hat lange Tradition
Die Moxibustion oder auch heiße Akupunktur genannt, wird unter Verwendung des Elementes Feuer angewandt.

Sie kann bei einer Vielzahl von unterschiedlichen Erkrankungen und Beschwerden zum Einsatz kommen und erzeugt in den meisten Fällen eine deutlich positive Wirkung. Die Moxibustion als eigenständige Therapieform ist in den asiatischen Ländern bereits seit langem bekannt, in Europa findet sie seit dem 17. Jahrhundert Anwendung.

Doch bis zur heutigen Popularität war es noch ein weiter Weg, vor allem im 18. Jahrhundert geriet sie fast in Vergessenheit. Heute findet sie vor allem als Alternative zur eigentlichen Akupunktur Anwendung, wenn die Betroffenen mit Nadeln Probleme haben oder einfach zur generellen Therapie noch eine Wärmebehandlung benötigen.

Die Moxa-Therapie ist schnell erklärt

Die Moxibustion oder auch verkürzt als Moxa-Therapie bezeichnet, funktioniert einfach und ohne großen Aufwand. Der Therapeut legt dabei Beifusskegel auf die vorher definierten Akupunkturpunkte und zündet das getrocknete Heilkraut an. Um Verbrennungen auf der Haut zu vermeiden, werden unter den Kegel noch Ingwerscheiben gelegt, was keinerlei Einfluss auf die positive Wirkung der Heilmethode hat.

Bereits nach wenigen Minuten kann der Betroffene durch die Moxibustion ein heißes bzw. zumindest stark erwärmendes Gefühl spüren. Ist dies der Fall wird der Kegel auf einen anderen Akupunkturpunkt gesetzt. Dieser Vorgang wiederholt sich immer wieder und wird an zahlreichen Stellen des Körpers durchgeführt. Natürlich besteht dabei die Option, einen Punkt mehrfach zu behandeln, am besten so lange bis dieser eine deutliche Rötung zeigt.

Die Durchführung der Moxibustion kann aber auch auf andere Weisen erfolgen, am bekanntesten ist die direkte und indirekte Moxibustion sowie die Moxazigarre oder Pflaster. Die direkte Moxa-Therapie funktioniert einfach ohne der untergelegten Ingwerscheibe direkt auf der Haut. Dabei wird die Haut so erhitzt, dass tatsächlich kleine Brandblasen entstehen. Auch wenn weder Narben noch starke Schmerzen entstehen, wird diese Form vor allem in China und Japan praktiziert, in Europa findet sie kaum Anwendung.

Die indirekte Moxibustion funktioniert mittels sogenanntem Isolator, als der meist die bereits erwähnte Ingwerscheibe fungiert. Der Moxakegel, der darauf platziert ist, ist knapp einen Zentimeter groß und wird angezündet – und zwar an der Spitze. So erwärmt sich das Gewebe und die positive Wirkung kann sich bis tief hinein ausbreiten. Es ist nicht unüblich, dass jeder Akupunkturpunkt zwischen sechs und achtmal erhitzt wird.

Die Behandlung mittels Moxazigarre ist etwas komplizierter und darf nur von fachkundigen Therapeuten angewandt werden. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei den anderen Formen, es wird nämlich eine Moxastange aus Papier gerollt und diese an einem Ende angezündet. Die glühende Spitze wird anschließend bis ca. einen halben Zentimeter an die Haut des Akupunkturpunktes geführt, bis der Betroffene ein Wärme- oder sogar Hitzegefühl verspürt. Anschließend wird die Zigarre entfernt und nach kurzer Zeit wieder an den Punkt heran geführt. Diese Vorgangsweise wird bis zu achtmal an der gleichen Stelle angewendet. Jeder einzelne Akupunkturpunkt wird dabei zwischen 30 und 40 Sekunden erwärmt.

Die Nadel-Moxa-Form ist eine Mischung aus Akupunktur und Moxabustion. Zur Anwendung gelangt dabei eine Nadel, an deren Ende ein Stück Moxawolle befestigt wird. Diese wird angezündet, wobei die entstehende Wärme direkt über die Nadel in die Tiefe des Gewebes am Akupunkturpunkt geleitet wird. Auch diese Form der Moxibustion sollte in jedem Fall von einem kundigen Therapeuten angewandt werden, da ansonsten eine Verbrennungsgefahr für die Haut nicht ausgeschlossen werden kann.

Sehr einfach und ohne Gefahren hingegen kann das Moxa-Pflaster angewendet werden. Es hat die gleichen heilenden Wirkungen auf den Betroffenen bzw. auf die geschwächten oder unterbrochenen Energiebahnen, ist jedoch komplikationslos in der Anwendung. Denn die sogenannten Moxa-Pflaster werden einfach an der klebenden Seite mit Heilkräutern bestrichen, wobei die Auswahl auf solche Pflanzen fallen sollte, die bei Berührung mit der menschlichen Haut eine Wärmereaktion erzeugen. Anschließend wird das Pflaster auf die individuell festgestellten Akupunkturpunkte geklebt. Diese Form der Moxibustion wird vor allem bei Betroffenen mit chronischen Erkrankungen angewandt und stellt eine bewährte alternative Therapieform mit großer Aussicht auf Linderung der Symptome dar. Festzuhalten ist, dass die Wärmetherapie grundsätzlich nicht am Gesicht bzw. direkt am Kopf oder an den Schleimhäuten durchgeführt wird.

Anwendung zur Heilung oder Vorbeugung

Angewendet und vielversprechende Erfolge hat die Moxibustion vor allem bei folgenden Erkrankungen:

Asthma und chronische Bronchitis
Erschöpfungszustände oder Depressionen
chronischem Durchfall

Auch zur Vorbeugung und Stärkung der Abwehrkräfte können mittels Moxibustion gute Erfolge erzielt werden.