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 Akupunktur

In unserem Portal zur Akupunktur erfahren Sie alles Wissenswerte zu dieser alternativen Behandlungsmethode. Wir informieren hier zu allgemeinen Know-How zu dieser Therapieform wie der Wichtigkeit eines ungestörten Qi-Flusses ebenso wie über die Anwendungsgebiete und woran Sie gute Qualität beim Akupunktieren erkennen bzw. welche Methoden es genau gibt.

 

1) Definition Akupunktur
2) Wirkungsweise der Akupunktur
3) Vor der Anwendung kommt die Diagnose
4) Körperreaktionen auf Akupunktur
5) Einsatzgebiete

 

Akupunktur  China

Akupunktur stammt aus China und gehört dort zu den bewährtesten Therapieformen, deren Ursprung in der antiken Chinesischen Medizin liegt. Diese basiert darauf, dass jeder Mensch im Körper eine fließende Lebensenergie hat, die auf chinesisch als Qi bezeichnet wird. Auf ihr beruhen die Wirkungen sämtlicher Lebensäußerungen, aber auch die Funktion der Organe. Atmung, Verdauung aber auch Muskelbewegungen oder die Abwehr von Viren und Bazillen werden stark von der Lebensenergie und ihrem Fluss bestimmt. Sogenannte Meridiane durchziehen den Körper und versorgen ihn so mit der notwendigen Energie. Darauf befinden sich die insgesamt 361 Akupunkturpunkte, durch deren Aktivierung und Regulierung die Energieflüsse entsprechend gesteuert werden können. Ist dieser harmonisch und optimal, ist der Mensch gesund, Krankheiten wiederum sind Ausdruck einer Störung des Qi.

 

Die Wirkungsweise von Akupunktur

 

Das Wort Akupunktur setzt sich zusammen aus acus für Nadel und pungere für stechen. Akupunktur bedeutet also die Therapie mit Nadeln, die man sticht. Bei der Behandlung selbst werden die entsprechenden Akupunkturpunkte entlang der Meridiane durch die richtig passenden Nadeln aktiviert. Wichtig ist, dass die für die Beschwerden richtigen Akupunkturpunkte getroffen werden, die mit den einzelnen Organen bzw. Organbereichen in unmittelbarer Beziehung stehen. Durch den Reiz wird Qi, die Lebensenergie aktiviert und in der Folge das Organ zur Selbstheilung angeregt. Akupunktur behandelt also nicht das erkrankte Organ direkt, sondern die Meridiane, die ihm zugeordnet sind. Wie genau Akupunktur wirkt, ist genau erforscht worden. Dabei wurde festgestellt, dass morphinartige Substanzen, die sogenannten Endorphine, durch die Nadelung erzeugt werden, die schmerzlindernd und entspannend wirken. Weitere Wirkungen sind

die Aktivierung der Mechanismen zur Schmerzkontrolle im Gehirnbereich

die Reflexwirkung auf der Haut

die Freisetzung von Wachstumshormonen, die die Regeneration der Gelenke und des Gewebes fördert

Insgesamt hat sich die Akupunktur als ein rasch wirkendes Mittel zur Schmerzlinderung entwickelt, das zudem auf angespannte Muskeln oder Muskelgruppen entspannend wirkt. Zudem wird das Immunsystem aktiviert, aber auch Lähmungen durch die belebende Kraft auf die Muskeln entsprechend verbessert.

 

 

Vor der Behandlung kommt die exakte Diagnose

 

Auch wenn sich die Akupunktur als alternative Heilmethode von der tatsächlichen traditionellen Medizin etwas weg entwickelt hat, sind die Vorgehensweisen doch weitgehend die gleichen. So braucht es vor jeder Behandlung mit den Nadeln natürlich eine ausführliche Erhebung des individuellen Gesundheitszustandes. Dazu muss auch eine Diagnose erstellt werden, und zwar sowohl eine schulmedizinische als auch eine, die den Kriterien der traditionellen chinesischen Medizin entspricht. Im Gegensatz zur westlichen Medizin nutzt zur Diagnoseerstellung der Arzt seine Sinne. Damit können die Symptome der gestörten Organfunktionen sowie die äußere Erscheinung des Patienten besser eruiert werden.

Die wichtigsten Bestandteile einer Diagnoseerstellung ist die Zungen- oder Pulsdiagnose, aber auch eine Gesichtsdiagnose sowie das Abklären der Wärme- bzw. Kälteempfindungen. Diese ergeben die diagnostischen Ergebnisse der chinesischen Medizin, die mit der schulmedizinischen Diagnose zusammen geführt werden sollte um einen ausgewogenen Therapieplan erstellen zu können.

 

 

Mögliche Reaktionen des Körpers auf die Akupunktur

 

Wird ein Patient in einer Sitzung mit den Akupunkturnadeln behandelt, kommt es zu zahlreichen Veränderungen im Körper, die natürlich unterschiedliche Empfindungen und Gefühle auslösen können. Deshalb macht es Sinn, wenn der Patient ruhig und entspannt auf einer Liege Platz nimmt, bevor die Behandlung beginnt. Viele spüren beim Einstich der Nadel eine leicht elektrisierende Wirkung, die meist nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Während der Liegezeit kann es vorkommen, dass der Betroffene ein dumpfes Gefühl, das unmittelbar mit der Nadelwirkung zusammen hängt, empfindet. Dieses kann zwar unterschiedlich stark empfunden werden, lässt aber häufig bereits nach kurzer Zeit wieder nach.

Sind die Nadeln während einiger Minuten an der richtigen Stelle im Körper, entspannt sich dieser, wobei sich Beine und Arme dabei oft schwer anfühlen. Patienten berichten, dass sie während der Behandlung auch das Gefühl haben die Bewegungen der Lebensenergie im Körper tatsächlich zu spüren. Dies geschieht in Form eines sanften Fließens, das vom Kopf über die Brust bis zum Bauchraum und weiter über das Becken bis hinab in die Beine und Füße verläuft. Wenn sich infolge der Akupunktur die Spannungen im Körper zu lösen beginnen, ist damit ein körperliches Empfinden, zum Beispiel Zittern und Kribbeln oder aber auch ein starkes Wärmegefühl, feststellbar. Dies ist ein gutes Zeichen, denn es signalisiert dass sich Spannungen und Blockaden im Körper lösen und damit auch oft der Krankheit ein Ende gemacht wird.

 

Nebenwirkungen sind sehr selten

 

Wird die Akupunktur von einem professionell ausgebildeten Akupunkturtherapeuten ausgeübt, sind Nebenwirkungen praktisch ausgeschlossen. In sehr seltenen Fällen kann es zu Kreislauferkrankungen kommen, die allerdings nur kurz und vorübergehend während der Behandlung auftreten. Kaum sind die Nadeln wieder entfernt, sind auch die Symptome und Beschwerden vorüber. An einigen Punkten, die zur Akupunktur verwendet werden, kann infolge des Einstichs der Nadel ein Bluterguss entstehen. Dieser ist nach wenigen Tagen wieder verschwunden.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist einfach, dass der Akupunkturtherapeut eine umfassende Ausbildung hat und auch über entsprechende Erfahrung verfügt. Eine Studie der gesetzliche Krankenkasse hat ergeben, dass nicht nur die Wirksamkeit der Akupunktur sondern auch ihre Nebenwirkungen wesentlich davon abhängt, wie gut und professionell der Akupunkturtherapeut ist.

Die Indikationen für die Akupunktur sind vielfältig
Akupunktur kann bei zahlreichen Erkrankungen als Therapie zum Einsatz kommen. Nachfolgend führen wir einige der wichtigsten, aber auch häufigsten Anwendungsgebiete für die Nadeltechnik an:

 

1. Erkrankungen in Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat wie Rückenschmerzen
2. Gelenksschmerzen in Knie, Hüfte, Schulter und Ellbogen
3. Osteoarthritis bei kleinen Gelenken
4. Rheuma
5. Tennisarm
6. Migräne und sämtliche Kopfschmerzarten
7. Neurologische Erkrankungen
8. Polyneuropathie
9. Allergien, Asthma
10. sämtliche Suchterkrankungen wie Rauchen
11. Rehabilitation nach einem Schlaganfall
12. Angststörungen und Depressionen
13. Burnout, Erschöpfungszustände
14. Verdauungsstörungen wie Reizdarm
15. Gynäkologische Erkrankungen wie Regelschmerzen oder Dysmenorrhö
16. Hauterkrankungen wie Ekzeme, Psoriasis, Akne

 

Des weiteren hilft die Behandlung mit Akupunktur während der Schwangerschaft und zur Geburtsvorbereitung, wie wir in einem extra Abschnitt noch ausführlicher erläutern werden. Praktiziert wird auch die Akupunktur bei Krebskranken, vorwiegend um Schmerzlinderung zu verschaffen oder die körpereigenen Abwehrkräfte des Erkrankten entsprechend zu stärken.

 

 

Akupunktur ist mehr als eine bloße Einzelbehandlung

 

Auch wenn viele Betroffenen meist die Behandlung mittels Akupunkturnadeln als Einzelmaßnahme zur Bekämpfung individueller Symptome verwenden, sollte klar sein, dass sie eigentlich nur ein kleiner Bestandteil umfassender therapeutischer Interventionen im Rahmen der Chinesischen Medizin darstellt. Die Behandlung kann viele weitere Maßnahmen wie etwa individuelle Ernährungsempfehlungen, Qi Gong oder aber Akupressur und Moxibustion beinhalten.

Während Qi Gong mittels spezifischer Übungen die Lebensenergie des Betroffenen anregen soll, baut die chinesische Ernährungsmedizin darauf, dass sich viele Störungsmuster durch falsche Nahrung abzeichnen. Jedem Lebensmittel wird eine entsprechende Eigenschaft wie “kühlend”, “wärmend” oder aber “befeuchtend” zugeteilt, die die erwartete Wirkung im Körper definiert. Wer also auf seinen Speiseplan achtet, kann in Kombination mit richtig angewandter Akupunktur wesentlich zu seinem Wohlbefinden beitragen.

Moxibustion bedeutet das Anwärmen der Akupunkturpunkte, indem getrocknete Blätter des Beifuß abgebrannt werden. Wer an chronischen Erkrankungen leidet, hat mit dieser Behandlungsmethode in Kombination mit der Akupunktur gute Chancen auf Linderung oder sogar Heilung. Auch Depressionen und Schwächezustände werden damit erfolgreich behandelt.

Akupressur ist eine wichtige Form der manuellen Anwendung, die zusammen mit Akupunktur wesentliche Erfolge in der Schmerzbekämpfung und bei der Rehabilitation verspricht. Vor allem die Tuina, die chinesische Form, erreicht massive Erleichterungen und Schmerzreduktionen wenn es sich um Kopf- oder Gesichtsschmerzen, Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen geht. Auch zahlreiche psychosomatische Beschwerden wie Nervosität und Schlafstörungen lassen sich mit den beiden Formen der Thearpie aus der chinesischen Medizin hervorragend behandeln.

 

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Unterschiedliche Akupunkturtherapien haben verschiedene

Auswirkungen

 

Wer sich beim Angebot der Akupunkturtherapien umsieht, wird feststellen, dass es hier einige Optionen gibt. Stellt sich die Frage, ob die allesamt die gleiche Wirkung haben oder ob man für seine individuellen Erkrankungen oder Beschwerden auch die richtige Form der Nadelung wählen muss.

Westlich angewendete Akupunktur hat erwiesenermaßen eine klinische Wirksamkeit, die zwischen 50 Prozent und 70 Prozent liegt. Wer sich eine chinesische Akupunktur, die nach allen Regeln der Kunst und von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt wird, ist mit erwiesenermaßen 60 – 80 Prozent um einiges wirksamer. Deshalb ist es wichtig, dass eine Akupunktur Behandlung mit viel Wissen und Erfahrung, aber auch den höchsten Qualitätsstandards entsprechend, durchgeführt wird. Eine Sham-Akupunktur, bei der die Nadeln in die Haut gestochen werden, hat eine deutlich geringere therapeutische Wirksamkeit, die dennoch deutlich über der einer Placeboanwendung liegt.

 

Welche Faktoren sind für die Wirksamkeit ausschlaggebend

 

Viele Betroffene und solche, die eine Akupunkturtherapie absolviert haben, fühlen sich über lange Zeit danach noch besser, vitaler und einfach aktiver in ihrer Lebensform. Das ist auch einfach erklärt, denn immerhin wird bei einem guten therapeutischen Vorgehen die gesamte Lebensenergie des Menschen ausgeglichen und angeregt, wobei auch die Organebene mit einbezogen wird. Das gesamte Lebensgefühl wird einfach durch die Aktivierung des Lebenskräfteflusses entsprechend verbessert. Wer zuvor oft bedrückt und eher matt war, erlebt danach eine Zeit voller Aktivitäten und reiner Lebensfreude.

Doch ob und wie eine Akupunktur wirkt, hängt nicht nur vom Stechen der Nadeln ab. Weitere Faktoren haben viel Einfluss auf den Erfolg der therapeutischen Maßnahme und vor allem auf die nachhaltige Wirksamkeit. Wichtig ist das Erstellen einer chinesischen Diagnose, denn diese analysiert die Lebenskräfte des Patienten und ist somit ein integraler Bestandteil der Therapie. Davon abgeleitet wird die therapeutische Absicht erstellt, der in Form eines entsprechenden Planes die Auswahl der Akupunkturpunkte umfasst. Dazu kommen noch einzelne Kräuter, die die Heilungschancen erhöhen sollen. Gemeinsam mit Qi Gong und Tuina wird so ein Konzept erstellt, dass als einziges Ziel hat, eine nachhaltige Wirkung beim Patienten zu erzielen.

Entscheidend ist natürlich auch die Art der Nadelung sowie die Stimulation der Nadeln. Diese kann entweder stimulierend oder beruhigend sein, je nach Anwendungsgebiet und benötigter Therapie des Patienten. Das De Qi, das als provoziertes Nadelgefühl bezeichnet wird, hat laut Experten eine entscheidende Wirkung auf den Erfolg der Akupunkturtherapie. Ein kundiger Therapeut hat übrigens mehrere Arten von Nadeln zur Auswahl und weiß, welche für welchen Punkt und zur Bekämpfung welcher Symptome am erfolgversprechendsten ist. Es gibt die Nadeln in unterschiedlichen Stärken und Längen.

Jede Therapie ist nur so gut, wie der Betroffene auch mitarbeitet. Das gilt auch für die Akupunktur, bei der es ganz wesentlich ist, wie sich der Patient während der Liegezeit, entweder direkt beim Setzen der Nadeln oder kurz danach, verhält. Er sollte in jedem Fall entspannt sein und mit seinen Empfindungen nach innen gerichtet sein. Damit der Focus der Aufmerksamkeit von der Außenwelt nach Innen zu den individuellen Gefühlen gerichtet werden kann, ist es wichtig, dass sich der Patient auf die Behandlung mental einlässt, aber auch, dass das richtige Ambiente herrscht. Die Räume, in denen eine Akupunktur statt findet, sollten ruhig – sowohl was Lärm als auch Gestaltung betrifft – sein. Offene Kabinen sind absolut unangebracht und können den Therapieerfolg wesentlich beeinträchtigen.

Damit eine Therapie mit Akupunktur auch tatsächlich den gewünschten Erfolg hat, ist die richtige Länge der Liegezeit wichtig. Hier empfehlen Experten eine Dauer von 20 bis 30 Minuten. Auch eine ausreichende Anzahl von Therapiesitzungen, die in regelmäßigen Abständen stattfindet, hat maßgeblichen Anteil am Erfolg der Behandlung. Je nach Schwere der Erkrankung und beabsichtigter Wirkung ist eine zweimalige Sitzung pro Woche ratsam.

Letztendlich entscheidet auch die individuelle Konstitution des Patienten über den Erfolgsgrad bei der Akupunktur. Grundsätzlich haben es Personen, die sich leicht und schnell entspannen können, wesentlich einfacher, sich auf die Therapie einzulassen. In der Folge wird auch der gewünschte Effekt, ob Schmerzlinderung oder Besserung des Allgemeinbefindens, rascher eintreten. Wichtig ist, dass die Therapiewirkung von Akupunktur als nachhaltig abgeschlossen wird, das heißt, die Maßnahmen zur Behandlung sollten nicht umgehend nach der ersten Verbesserung der Symptome beendet werden. Umgekehrt darf aber auch nicht abgebrochen werden, weil sich im ersten Moment Schmerzbeschwerden möglicherweise verschlimmern. Dies ist ein Zeichen, dass der Körper entsprechend reagiert und nach einer gewissen Zeit an Eingewöhnung auf die Reaktion tatsächlich Linderung oder sogar Beschwerdefreiheit eintreten kann.