Akupunkturpunkte

Die Akupunkturpunkte des menschlichen Körpers

Akupunkturpunkte

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Die Traditionelle Chinesische Medizin geht davon aus, dass auf den entsprechenden Energiebahnen, also den 12 Meridianen, insgesamt 365 Akupunkturpunkte liegen.

Diese sind jeweils mit einem oder mehreren Organen bzw. Teilen im Körper verbunden und können diese entsprechend beeinflussen.

Wer also an einer Störung oder Schwächung an einem der sogenannten Akupunkturpunkte leidet, leidet in der Folge auch am betroffenen Organ bzw. Körperteil, das damit verbunden ist.

Im unserem Text über die einzelnen Meridiane haben wir bereits erörtert, dass alle Hauptmeridiane entweder an den Fingern oder den Zehen enden bzw. beginnen, und zwar genau an dem weitesten abgelegenen Punkten. Davon ausgehend werden jedem Meridian 5 sogenannte antike Punkte zugeordnet, die in der TCM als einzelne Etappen eines Wasserfalls interpretiert und zugeordnet werden.Folgende Reihenfolge ergibt sich somit:1. Jing – der Brunnen, der am Arm und Bein im Bereich des äußersten Nagelfalzes liegt
2. Ying – aus dem Brunen wird die Quelle
3. Shu – der Strom, denn die Quelle fließt ja weiter
4. King – der Fluss, der sich aus der fließenden Quelle im Laufe der Zeit und Strömung entwickelt
5. He bzw. Ho-Punkt – das Meer, im Bereich von Knie und Ellbogen am menschlichen Körper mündet der Fluss quasi ins Meer, womit die Bezeichnung für den letzten antiken Akupunkturpunkt gefunden und erklärt ist.Diese antiken Punkte haben vor allem zur Linderung funktioneller Störungen und wenn Therapien nicht anschlagen oder den gewünschten Erfolg bringen, Erfolg und kommen deswegen verbreitet dabei zum Einsatz.

Aus dieser Einteilung der Akupunkturpunkte ergibt sich in der Folge dann auch die Unterscheidung in Tonisierungs- und Sedierungspunkte, die vorwiegend in der modernen Akupunkturtherapie zur Anwendung kommt. Generell geht es bei den Punkten darum, dass aufgrund des Tastens der Therapeut erkennen kann, ob der Patient unter einem Mangel oder einer Fülle leidet.

Denn fühlt sich ein Akupunkturpunkt hart an, ist Füllezustand vorhanden, während weiche Zustände eher von einer Mangelversorgung mit der Lebensenergie Qi ausgehen lassen.

Die grundsätzliche Einteilung der Akupunkturpunkte lässt folgende Struktur zu:
– es gibt wichtige Akupunkturpunkte entlang der zwölf Hauptmeridiane
– weitere Punkte liegen an den außerordentlichen Gefäßen
– wichtige Extrapunkte sind gesondert entlang der Körperbahnen vorhanden
– Ashi-Punkte werden auch als sogenannte Schmerzpunkte bezeichnet.

Wesentliche Einteilung in Tonsierung und Sedierung

Wer sich mit Akupunktur näher beschäftigt, wird bezüglich der genauen Lage der einzelnen Akupunkturpunkte vertiefende Literatur an anderer Stelle finden, auf die wir gerne verweisen. Hier beschränken wir uns darauf, die wichtigsten kurz zu erwähnen, um einen schnellen Einblick zu gewähren. Grundsätzlich gibt es in jedem Hauptmeridian einen Tonisierungs- und einen Sedierungspunkt. Während erstgenannter bei der Akupunktur vor allem zur Bekämpfung von Schwächesymptomen oder bei chronischen Beschwerden zum Einsatz kommt, wird der Sedierungspunkt zur Behandlung akuter Beschwerden gewählt.

Natürlich kennt die Chinesische Medizin weitere Einteilungskriterien, die wir hier einfach nur kurz benennen werden:

Yuan-Punkte etwa gelten als Ursprungspunkte und sollen den Energiefluss regeln
Akut-Xi-cleft-Punkte sind für die Bewegung der Energie im jeweiligen Meridian zuständig
Luo-Punkte gelten als Durchgangs- und Passagepunkte und werden zur Bekämpfung von Stauungen gewählt
He-Punkte sind einflussreiche Punkte, die vor allem bei Organstörungen des betreffenden Meridians eingesetzt werden
Meisterpunkte sind sogenannte Zusammenkunftspunkte, von wo aus die Energie für bestimmte Körperbereiche mobilisiert werden kann
Shu- und Mu-Punkte werden auch als Zustimmungspunkte bezeichnet und lassen sich individuell jeweils den 12 Organen zuordnen
Reunionspunkte sind die Punkte, bei denen sich die Yin- und Yang-Meridiane nach getrenntem Verlauf wieder vereinigen

Akupunkturpunkte liegen auch am Ohr

Akupunkturpunkte am Ohr

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Ausgehend von den 365 klassischen Akupunkturpunkten, die die Traditionelle Chinesische Medizin kennt, ist davon auszugehen, dass diese alle zwar in unregelmäßigen Abständen, aber bei allen Menschen an den gleichen Stellen liegen. Dabei hat jeder Punkt einen speziellen Namen, der in direktem Zusammenhang mit dem Energiefluss und dem jeweiligen Organ steht. Ist etwa von “Magen 36” die Rede, dann geht es um den Punkt, der an der Außenseite des Schienbeins liegt und vor allem während der Schwangerschaft bei Frauen für Übelkeit und Erbrechen sorgen kann. Zur Linderung kann hier eine sanfte Nadelung erfolgen oder aber mit einer speziellen Akupunkturform, die Wärme verwendet, behandelt werden.

Auch am Bauchnabel, an den Knöcheln der Fußgelenke und an den Beugefalten an Armen und Beinen gibt es Akupunkturpunkte. Dabei werden als Maßeinheit zur richtigen Positionierung der Nadeln durchaus die eigenen Finger eingesetzt. Basis dafür ist immer die Breite des Daumens, die im Chinesischen als “1Cun” bezeichnet wird. Die individuelle Breite der übrigen Finger einer Hand stehen in einem ganz bestimmten Verhältnis dazu, wobei zur genauen Messung der Akupunkturtherapeut ein spezielles Messgerät verwendet. Es wird als Cunometer bezeichnet und ist ein scherenförmiges Gerät, das eine exakte Messung gewährleistet, sobald es auf die Daumenbreite des Patienten eingestellt ist.

Die alten Chinesen erkannten, dass das Ohr einem am Kopf liegenden Embryo gleicht. Diese Vorstellung machen sich Ärzte und Therapeuten zunutze, um die Akupunkturpunkte am Ohr zu finden. Diese werden meist zusätzlich zu den übrigen Akupunkturpunkten am Körper behandelt, wobei vor allem die psychisch wirksamen Punkte von Bedeutung sind. Mittlerweile kennt man über 200 verschiedene Akupunkturpunkte am Ohr, unter anderem findet sich hier der Frustpunkt, der Antidepressionspunkt oder aber auch der Antiagressionspunkt. 70 Punkte am Ohr kommen am häufigsten zum Einsatz, wobei ein fundiertes Wissen des Therapeuten wichtig ist, um bei den dicht beieinander liegenden Punkten den richtigen zu nadeln.